Handel mit der AIO E-Zigarette verbotenDas Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Heinsberg hat dem Händler Twisted Vaping und Michael Braunstein den Handel mit der eGo AIO Pro C untersagt. Der Grund: Das Gerät wäre nicht kindersicher und aus diesem Grund auch nicht verkehrsfähig. Nach einem anonymen Hinweis gab das Veterinäramt Stichprobentests in Auftrag.

Das Vertriebsverbot gilt für den Twisted Onlineshop und das gesamte Online-Angebot der AIO. Die zuständige Ordnungsbehörde ist das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Heinsberg. Die Hamburger Firma InnoCigs vertreibt das Gerät deutschlandweit. Die Ergebnisse und das Gutachten erstellte das chemische- und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe. Derzeit ist ein Prüfbericht noch nicht öffentlich verfügbar.

Die Ergebnisse und das Gutachten eines Labors untersagen den Handel. Wäre dieses Gutachten auf Dauer haltbar, bedeutet es zugleich eine Gefährdung des gesamten Marktes für E-Zigaretten. Davon ist nicht nur der Händler Michael Braunstein betroffen, sondern auch die gesamte Branche. Schließlich lässt sich nahezu jedes Gerät so einfach aufschrauben wie die eGo AIO Pro C.

Die Labor-Ergebnisse des Gutachtens in der Kritik

Zum jetzigen Zeitpunkt scheint sich die zuständige Behörde gar nicht darüber im Klaren zu sein, welche Wellen dieses Gutachten schlagen wird. Die aktuelle Meldung zieht bereits schon Kreise unter den Händlern und den zuständigen Behörden.

Begründung für das Verbot: Ein Kleinkind könnte ohne weiteres die E-Zigarette aufschrauben. Danach würde die nikotinhaltige Flüssigkeit auslaufen und wäre frei zugänglich.

Gegenargument: Ein Kind könnte auch eine Zigarettenpackung öffnen und wäre im Vergleich zu den E-Zigaretten noch dazu mit einem Hundertfachen der Nikotinmenge konfrontiert. Eine etwaige Regulierung bei den Zigaretten gibt es im Gegensatz zur E-Zigarette nicht.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Behältnisse kindersicher, auslauf- und bruchsicher sein müssen. Dabei tagen über die letzten Jahre Normierungsausschüsse über die eigentlichen Standards und Vorgaben, die das Attribut „auslaufsicher“ oder „bruchsicher“ erst einmal definieren. So hat also ein Labor unabhängig von den gesetzlichen Grundlagen eine Entscheidung gefällt und bewegt sich auf recht dünnem Eis.

In diesem Zusammenhang verweist Dustin Dahlmann, Geschäftsführer von InnoCigs, auf die vorhandenen Packungshinweise, dass E-Zigaretten ebenso wie Zigaretten oder Alkohol für Kindern unzugänglich aufbewahrt werden. Selbst wenn bisher weltweit noch kein einziger Fall bekannt sei, dass Kinder den Tankinhalt trinken und zu einem Schaden gekommen sind.
Geht es nun in ein juristisches Widerspruchsverfahren, bleibt die Argumentationskette relativ dünn. Außerdem stellte man in dem Verfahren viel zu hohe Nickelwerte fest, die überraschenderweise von Untersuchungen anderer unabhängiger Laboratorien untersucht wurden und drastisch abwichen. Hier fällt vor allen Dingen eine absurd hohe Nickelmenge auf, die bisher noch keinem anderen Labor auffiel.

Wie geht es für die AIO & die Hamburger InnoCigs weiter?

Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt den Betroffenen nichts weiter übrig als abzuwarten, wie sich der Fall entwickelt und welche Auswirkungen er auf die gesamte Branche hat. Derzeit steht die Hamburger InnoCigs in Kontakt mit ihrem Anwalt. Schließlich stehen monatlich 8-stellige Umsätze auf dem Spiel, so dass mit einer massiven Gegenwehr zu rechnen ist. In diesem Zusammenhang ist von absurden Verfügungen des zuständigen Amtes die Rede, denen man auf schnellstem Wege widersprechen wird.

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